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Verletzungen: Zerrung, Prellung und Verstauchung

Verletzungen: Zerrung, Prellung und Verstauchung
  • Eine Muskelzerrung (Distension) bezeichnet die starke Überreizung der Muskelelastizität. Der Schmerz tritt bei einem Sturz oder einer sehr ruckartigen Bewegung auf und setzt schlagartig und stechend ein. Die Folgen einer Muskelzerrung sind Bewegungseinschränkung, Belastungs- und Druckschmerz und Muskelhartspann. Die Symptome klingen erst nach einigen Tagen oder Wochen ab. Die Steigerung der Muskelzerrung ist ein Muskelfaserriss. Hierbei sind größere Anteile der Muskulatur bis hin zu ganzen Muskelfaserbündeln zerstört.
  • Eine Prellung (Kontusion) entsteht häufig im Team- oder Kampfsport. Sie bezeichnet die Schädigung von Körperteilen durch direkte stumpfe Gewalt von außen. Wird ein Muskel durch Gewalteinwirkung ruckartig auf den Knochen gepresst, erleiden Muskelfasern Quetschungen oder kleine Risse. Folgen einer Gelenkprellung, die häufig das Kniegelenk, das Sprunggelenk oder das Schultergelenk betrifft, sind funktionseinschränkende Ergüsse. Bei Knochenprellungen, z.B. nach einem Tritt gegen das Schienbein, zerreißen die Gefäße der Knochenhaut. Sicht- und spürbare Anzeichen von Prellungen sind Rötung, Schmerz, Bewegungseinschränkung und ausgeprägte Hämatombildung.
  • Bei einer Verstauchung (Distorsion) wird der normale physiologische Bewegungsradius eines Gelenks, meistens des Kniegelenks oder des Sprunggelenks, durch passive Einwirkung von außen überschritten und die Sehnen überdehnt. Ein Druckschmerz sowie Schmerzen bei Bewegung und Belastung treten sofort auf, Schwellung und Hämatome schließen sich an.

Unter dem Punkt Schmerzarten finden Sie weitere Informationen.

Wenn eine Verletzung nach einigen Tagen kein Anzeichen einer Heilung zeigt, muss sie von einem Arzt oder einem anerkannten Physiotherapeuten begutachtet werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass kein Bruch und keine Knochenverletzung vorliegt. In den Tagen nach einer Verletzung befolgen Sie den ‘PECH’-Notfallplan. Die PECH-Regel kommt von „Pech gehabt“ und sollte vor allem bei akuten Schmerzen wie beispielsweise Verstauchungen oder einer Prellung zum Einsatz kommen. Passend zu „PECH“ leiten sich die wichtigsten Verhaltensregeln aus den einzelnen Buchstaben ab:

Pause: Schützen Sie den betroffenen Körperbereich vor weiterem Schaden. Setzen Sie also die Tätigkeit nicht fort, mit der Sie zum Zeitpunkt der Verletzung beschäftigt waren. Schonen Sie den betroffenen Körperbereich für die nächsten drei bis fünf Tage, je nachdem, wie schnell er sich erholt. So kann der betroffene Körperbereich anfangen zu heilen. Obwohl Ruhe wichtig ist, ist es genauso entscheidend für den Heilungsprozess, den Körperbereich behutsam zu bewegen. Das kann zum Teil beschwerlich sein, wird sich aber langsam verbessern. Wenn sich keine Besserung einstellt, bewegen Sie den Körperbereich wahrscheinlich zu viel.
Eis und Kühlen: Kühlen Sie den Bereich häufig mit Eis. Wenn dies sofort nach der Verletzung erfolgt, hilft das, einem übermäßigen Anschwellen vorzubeugen und weitere Gewebeschäden zu vermeiden. Zur Schmerzlinderung verwenden Sie eine Eispackung während der ersten paar Tage mindestens alle zwei bis drei Stunden für je 20 bis 30 Minuten.
Compression (elastischer Verband): Verbinden Sie den Bereich mit einer elastischen Binde oder verwenden Sie einen Schlauchverband. Dies hilft, Schwellungen zu verringern.
Hochlagern: Lagern Sie den Bereich sofern möglich hoch, denn dies hilft, Schwellungen im verletzten Bereich zu verringern. Wenn Sie den Fußknöchel verletzt haben, legen Sie den Fuß auf einen Stuhl oder eine Couch; wenn Sie die Hand verletzt haben, halten Sie sie auf Schulterhöhe.

  • Bleiben Sie körperlich aktiv. Sportliche Aktivitäten wie beispielsweise Schwimmen, Nordic Walking und Radfahren stärken den Körper.
  • Ein Aufwärmen vor dem Training ist unerlässlich, um Verletzungen und Schmerzen vorzubeugen. Es wird empfohlen, sich direkt vor dem Training fünf bis zehn Minuten mit leichten Übungen aufzuwärmen.
  • Abkühl- oder Dehnübungen nach dem Training sind ebenso wichtig wie das Aufwärmen. Dehnübungen lockern verspannte Muskeln, die eine Ursache von Rückenschmerzen sein können. Dehnübungen können auch helfen, eine Gelenksbelastung zu lindern.
  • Hören Sie auf Ihren Körper. Wenn Sie nach einer Tätigkeit oder einem Training Schmerzen haben, die zwei Stunden oder länger andauern, haben Sie zu viel getan und sollten den Belastungsgrad das nächste Mal etwas zurückschrauben.
  • Die meisten blauen Flecken verschwinden von selbst. Eine sanfte Massage kann dazu beitragen, den Schmerz zu lindern und die Durchblutung anzuregen. Schwere Blutergüsse, Schmerzen und Schwellungen, die innerhalb von 30 Minuten nach einer Verletzung eintreten, können jedoch auf ein ernsteres Problem hinweisen, wie etwa ein Bruch oder eine schwere Verstauchung. Hier kann eine ärztliche Untersuchung erforderlich sein.
  • Vermeiden Sie schmerzhafte Aktivitäten. Schmerz ist ein Signal Ihres Körpers, dass etwas nicht stimmt. Hören Sie darauf und vermeiden Sie diese Aktivitäten, bis Sie schmerzfrei sind.
  • Gute Flexibilität und Stärke helfen, die meisten Verletzungen zu vermeiden. Mit zunehmender Körperstärke werden auch die Muskeln und Sehnen gestärkt. Eine Verbesserung der Flexibilität geht mit einer Erweiterung des Bewegungsumfangs der Gelenke einher, ohne dass es zu Verletzungen kommt.

Übungen

Leichte Verletzungen durch eine Zerrung, eine Prellung oder bei Verstauchungen können häufig mit der "PECHi"-Methode und daran anknüpfende Übungen zur Schmerzlinderung und Wiederherstellung des Bewegungsumfangs gelindert werden.

Sie können mit Übungen zur Verbesserung des Bewegungsumfangs beginnen, während Ihr Knöchel noch mit Eis gekühlt wird. Wiederholen Sie jede Übung zehn bis 30 mal und führen Sie diese drei bis fünf Mal täglich durch.

Klicken Sie hier um die empfohlenen Übungen bei Zerrungen, Prellungen oder Verstauchungen zu sehen.

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