Tennisverletzungen entstehen üblicherweise, wenn ein Spieler auf einem fremden Belag spielt oder eine neue Ausrüstung nutzt, wie beispielsweise einen neuen Schläger, neue Bälle, Socken oder Schuhe. Die Sportausrüstung sollte grundsätzlich stets in Ordnung gehalten und regelmäßig gepflegt werden, um sicherzustellen, dass sie noch nicht ersetzt werden muss. Ein Wechsel der Schuhe kann einerseits dazu führen, dass bereits vorhandene Rückenschmerzen, Beschwerden im Knöchel oder im Knie besser. Andererseits kann es aber auch ein Grund dafür sein, dass die Schmerzen schlimmer werden. Und das ist insbesondere dann der Fall, wenn der Schuh nicht passt oder den Fuß und Knöchel nicht genügend stützt.
Bereiten Sie sich auf ein Tennisspiel auf neuem Belag durch die Kräftigung Ihres Körpers vor. Die wichtigsten Bereiche, die Sie stärken müssen, sind der Rumpf, der Schulterbereich und das Becken. Die Kraft und Beweglichkeit in den Extremitäten sind beim Tennis ebenfalls sehr wichtig. Auf Gras zum Beispiel müssen Sie Ihre Knie viel stärker belasten, da der Ball sehr viel weniger hoch springt. Trainieren Sie dafür den Quadrizeps, also den vorderen Oberschenkelmuskel, und dehnen Sie ihn regelmäßig.
Wenn Sie eine Verletzung haben, sollten Sie einen qualifizierten Experten aufsuchen. Ein zugelassener Physiotherapeut oder Krankengymnast, der sich auf Sportverletzungen spezialisiert hat, kann Ihnen hier am besten helfen.
Die folgenden Tipps sollten Sie neben den medizinischen Ratschlägen befolgen, um bestimmte Gelenke auf den Tennissport vorzubereiten. Die Hinweise dienen der Prävention und können so Schmerzen und Verletzungen auf ein Minimum beschränken:
Leiste
Schmerzen in der Leistengegend entstehen üblicherweise durch eine Verletzung an den Muskelsehnen, also den Adduktoren und Hüftbeugern. Durch regelmäßiges dynamisches Dehnen dieser Muskeln vor dem Training können Sie Verletzungen vermeiden. Machen Sie Ausfallschritte zur Seite, nach vorn und nach hinten, um diese Muskeln vor dem Training aufzuwärmen. Eine kräftige Rumpfmuskulatur ist eine gute Prävention, da eine starke Körpermitte weniger Druck auf Ihre Beinmuskulatur ausübt. Gelegentliche Schmerzen in diesem Bereich könnten von einem Leistenbruch oder auch von Rückenschmerzen übertragen werden. Bitte konsultieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie unter solchen Beschwerden leiden.
Knie
Knieschmerzen kann man auf Tennisplätzen bekommen, auf denen die Bälle weniger hoch springen. Diese Schmerzen sind direkt unterhalb der Kniescheibe zu spüren und werden durch verspannte Muskeln verursacht. Machen Sie dynamische Dehnübungen zur Prävention, indem Sie vor dem Spiel mit den Fersen gegen Ihr Gesäß schlagen. Führen Sie später vorsichtig statische Dehnübungen (Stretching) durch, um den Quadrizeps-Muskel wieder auf seine volle Länge zu bringen. Wenn Sie weiterhin Knieschmerzen haben, kann eine lokale Behandlung der schmerzenden Sehne durch eine Eismassage nach dem Training möglicherweise Abhilfe schaffen. Darüber hinaus können eine starke Rumpf- und Gesäßmuskulatur die Knie entlasten.
Knöchel
Knöchelzerrungen kommen beim Tennis häufig vor, besonders auf einem feuchten Platz. Geeignete Schuhe mit der richtigen Sohle können hier Verletzungen verhindern. Kraft im Unterschenkel und ein guter Gleichgewichtssinn sind außerdem sehr wichtig. Sie können Ihr Gleichgewicht testen, indem Sie 15 Sekunden lang auf einem Bein stehen ohne zu wackeln. Eine Bandage oder ein Verband kann den Knöchel nach einem Kraft- und Gleichgewichtstraining im Rahmen eines Rehabilitationsprogramms zusätzlich unterstützen.
Schultern
Schmerzen im Schulterbereich lassen sich beim Tennis vermeiden, indem Sie die Schultermuskeln und die Muskulatur am Schulterblatt kontinuierlich trainieren und somit stärken. Dynamisches Dehnen und die Beweglichkeit der Nacken- und Rückenpartie sind ebenfalls wichtig. Sie sollten in der Lage sein, Ihren Oberkörper beim Schlagen der Vor- und Rückhand vollständig drehen zu können, ohne dass Sie sich dabei an der Schulter oder am Handgelenk verletzen. Auch die richtige Aufschlagtechnik kann viel ausmachen. Um zu kontrollieren, ob Sie beim Aufschlag in die Knie gehen und den Boden zum Abstoßen nutzen oder ob Ihre Schultern die ganze Arbeit leisten, können Sie beispielsweise ein Video aufnehmen und es später analysieren.
Tennisarm
Der Tennisarm äußert sich durch Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens beim Greifen und beim Zurückziehen der Hand. Hier sind Beweglichkeit und Kraft der Ellenbogenmuskulatur sowie die richtige Haltung des Tennisschlägers von großer Bedeutung. Manchmal kann auch eine andere Art oder Stärke der Schläger-Bespannung oder eine Ellenbogenmanschette gegen einen Tennisarm helfen und die Beschwerden beim Spielen verringern. Falls Sie bereits unter einem tennisarm leiden, sollten Sie auch Ihren Nacken untersuchen lassen, da Schmerzen in den Schulterbereich übertragen werden können.
Handgelenk
Vorbeugen ist besser als Heilen. Achten Sie daher darauf, dass Ihre Muskeln stark und beweglich sind, damit keine Sehnenprobleme im Handgelenk entstehen. Mit einer Bandage oder einer guten Handgelenkstütze können Sie Tennis spielen, bis Sie das Kräftigungsprogramm Ihres Physiotherapeuten abgeschlossen haben. Bei Schmerzen sollten Sie auch Ihren Nacken untersuchen lassen, da von hier Schmerzen in das Handgelenk ausstrahlen können. Bei der zweihändigen Rückhand kann es in der nicht-dominanten Hand zu Schmerzen durch gereiztes Knorpelgewebe im Handgelenk kommen. Dies lässt sich jedoch durch eine verbesserte Spieltechnik vermeiden.
Blasen
Blasen bekommt man häufig beim Sport, sie können aber durch gute Schuhe und passende Socken vermieden werden. Wenn Sie bei großer Hitze Tennis spielen, sollten Sie Ihre Socken zwischen den Spielen oder sogar zwischen den Sätzen wechseln. Mit speziellen Blasenpflastern und Verbandszeug können Sie sich schon während des Spiels selbst behandeln.
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